Archiv für August, 2011

Tag 57

Posted in Uncategorized on August 31, 2011 by lukibern

Heute war der letzte Mittwoch auf 1500 Metern. Beziehungsweise wir verbrachten den Tag ein bisschen tiefer. Der Tag stand im Zeichen einer Übung. Übung Lazarett.

Sinn der Übung war, den Patientenweg zu simulieren, sprich von der Bergung über die Zwischenstation bis zur genauen Untersuchungen wurde alles simuliert und das Ganze unter Zeitdruck.

Die Übung machte viel Spass (machte auch Sinn) und die Szenarien wurde realistisch gestaltet. Resultat waren auch zahlreiche sensationelle Fotos.
Es war eindrücklich zu sehen, was wir gelernt haben und alles anzuwenden.

Am Abend putzten wir unsere sauberen Gewehre und machten sie transportbereit.
Anschliessend packten wir unsere Siebensachen. Ghetto ist nur der Vorname dessen, was sich in unseren Zimmern abspielte. Literweise Abfall musste entfernt werden (ja literweise, denn Abfallsäcke sind beispielweise in 110l Ausführungen gestaltet) und alles andere war wie nach einem Bombeneinschlag. Item.

Lustige Anekdoten blieben heute Mangelware. Nur erfuhr ich heute eine Begebenheit vom gestrigen Blutspenden. Wir haben einen Rekrut, der langsamer nicht sein könnte. Ruft man seinen Namen, wartet man minutenlang auf eine Antwort, die evtl noch unhörbar leise ist. Eine Legende. Er lässt sich von nichts und niemandem stressen. Gerüchte gehen rum, sein Puks betrage drei Schläge pro Minute. Gestern floss sein Blut so lange, dass die Spende abgebrochen werden musste. Eine Legende.

Morgen wird die Kaserne geputzt. Vorfreude sieht anders aus. Gute Nacht.

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Tag 56

Posted in Uncategorized on August 30, 2011 by lukibern

Der heutige Tag versprach nicht allzu viel. Am Morgen Blut spenden, um sich danach davon zu erholen. Bedrohlich kündigte sich eine ABC Nachinspektion am Nachmittag an.

Nun gut, Blut wurde genommen und das Buffet geplündert. Beziehungsweise wir taten uns an Getränken, Gebäcken und Militärschokolade genüglich. Nach der Spende kam ein mit Freude ausgeführter (Achtung) sinnvoller (!) Befehl: CBA. Chillen bis ausgeruht.

Exkurs: Im Militär wird alles Mögliche (und damit meine ich alles, das irgendwie abgekürzt werden kann) abgekürzt. Dies dient primär zur klaren Trennung des militärischen Paralleluniversums von der normalen Welt. Der Sinn ist hiermit nicht lückenlos geklärt, da den Abkürzungen eine gewisse (grosse) Portion Dummheit nicht abgesprochen werden kann.

Am Nachmittag durften wir sinnvollerweise für eine Stunde Theorie in eine andere Kaserne verschieben. Der ursprüngliche Plan wurde bis zur Verschiebung gefühlte zwanzig Mal geändert. Hin und her und hin und her. „Theorie hier“ und „Theorie dort“. Die Organisation bei Verschiebungen von Totenkopfäffchen bei Monsun laufen vermutlich geordneter ab. Nach einer weiteren Demonstration des militärischen Chaos‘ haben wir es dan doch geschafft und wir waren bereit für die Pflegetheorie „Schlafen“.

Es erübrigt sich zu erwähnen, dass wir die Theorie relativ bald erfolgreich in die Praxis umsetzten. Es war wunderbar erholsam.

Habe ich heute ein Transportchaos erwähnt? Keine Stunde später war genau dasselbe erneut der Fall. 9 Wochen, hunderte Verschiebungen und genausoviele Ghettoszenen haben nicht gereicht. Noch mein Grossohn (möge er in Frieden aufwachsen) wird Transportzustände wie von Orang Utans organisiert antreffen. (Ich will niemandem zu nahe treten, nur der Organisation-Sie verstehen).

Dank der 40-minütigen Verspätung ist mein Glaube an Wunder bestärkt worden. Dank unserer Verspätung musste nämlich nur eine Gruppe der Kompanie die ABC Inspektion absolvieren (die notabene für generellen Anschiss sirgte). Ich gehörte nicht dazu. Alle, die stattdessen verfügen durften, freuten sich inbrünstig ob der gewonnenen Freiheit.

Unser Gruppenführer meinte aufgrund der hervorragenden Organisation:

Theorie ist, wenn nichts funktioniert, aber man weiss wieso. Praxis ist, wenn es funktioniert, aber man weiss nicht wieso. Und Militär ist, wenn nichts funktioniert und man nicht weiss wieso.

Exkurs Kaderselektion (stammt aus dem Munde eines Kaders): Das Selektionsverfahren in der Unteroffiziersschule ist so laissez-faire, dass man einem Backstein ein Gesicht aufmalen könnte und er bekäme drei Streifen.

Amen dazu. Gute Nacht.

Tag 55

Posted in Uncategorized on August 29, 2011 by lukibern

Wahnsinn. Ich habe bereits acht Wochen in diesem Verein verbracht. Wie die Zeit vergeht (ja ich weiss, dass ich für solche Aussagen ca 60 Jahre zu jung bin. Item).

Der Tag begann mit Informationen für jene, die bald ein Spitalpraktikum absolvieren werden. Betraf mich nicht.
Weiter war das Thema in der Pflegetheorie „sterben“. Es war ein wenig makaber, wie unsere Fachlehrerin versuchte ,uns einen ermsten Sachverhalt mit ungeschickter Ausdrucksweise nahezubringen. So erläuterte sie beispielsweise, dass „Das Sterben ist das, bevor man dann tot ist.“ (Solche Aussagen lassen auf einen Hirnschwund in grün schliessen-ich zumindest leide darunter). Das ganze wurde von relativ ungünstig gewähltem Filmmaterial unterstrichen, so dass trotzdem gelacht wurde.

Nach der Theorie durften wir blind manipulieren, was grundsätzlich Spass machte. Die Nachinspektion haben wir bestanden.

Dem schmackhaften Mittagessen folgte die Vorbereitung auf den Marsch. Es standen 15 km bevor. Es war prächtiges Wetter und es herrschte doch ein wenig Vorfreude. Mit jedem Höhenmeter stieg das Blasenrisiko ein wenig und mit jedem Höhenmeter merkten wir, dass wir noch einige davon vor uns hatten.
Alles in allem war es schön, zu wandern und mit den Vorgesetzten hatten wir es gut (einer sang so lange bzw gab solche Geräusche von sich, dass der Wunsch aufkam, ihn für Kindergeburtstage zu buchen.)

Am Abend gab es das klassische Militärgericht Chilli Johnny, Material wurde (wesentlich effizienter als auch schon) kontrolliert und die Blasen gepflegt. Jetzt ist bereits LiLö und ich geh bald schlafen. Freue mich.

Morgen passiert etwas Sinnvolles (man glaubt es kaum)-wir gehen nämlich Blut spenden. Ich freue mich. Auch auf das Buffet danach.

Tag 52

Posted in Uncategorized on August 26, 2011 by lukibern

Heute war wieder ein Tag. Ein Freitag. Der letzte ganze Freitag hier oben.
Der Tag begann mit einer Stunde Selbststudium, also Nichtstun.

Anschliessend absolvierten wir den Sporttest, bei dem wir in verschiedenen Disziplinen genügend Punkte fürs Sportabzeichen holen konnten.

Nach dem Sporttest, der übrigens Spass gemacht hatte, hatte ich die Ehre, Teil der Taskforce zu sein.
Die Taskforce ist, wenn jeweils ein Rekrut aus allen Zügen ein Detachement bilden und vor den Oberst treten (oder sitzen, aber das ist ein Detail).
Die unvorstellbare Ehre, mit dem Oberst zu sprechen wurde mir also heute zur Feier der Woche zuteil.

Wir hatten ein gutes Gespräch, bei dem sich der Oberst von einer menschlichen Seite zeigte ubd war im Grunde genommen eine gute Sache (die Wirkung unserer Rückmeldungen ist zwar unbekannt, aber wir konnten einmal an OBERSTer Stelle alles deponieren).

Nachdem wir beim Oberst Kritik am Transportwesen geübt hatten, liess unser Rücktransport in die Kaserne auf sich warten. Nach zahlreichen Telefonaten und Versprechungen, er komme bald standen wir uns eine Stunde lang die Beine in den Bauch. Nach einer Stunde beschlossen wir, unterzuckert und wenig entzückt ob den Umständen, in der dortigen Kantine. Wir kriegten ein wunderbares Menü, nur leider (kennen Sie Murphy’s Law?) wurde nach dem ersten Bissen ein Transport fünf Minuten später angekündigt. Wenig angetan liessen wir uns mit dem Fahrer zusammen ein bisschen Zeit und verschoben danach zurück.

Am Nachmittag durften wir subkuttan in den Bauch spritzen. Das war wirklich eine Supersache. Ehrenwort. Sensationell.

Viel ist nicht passiert heute, ausser dass die Militärpolizei heute da war und von riesigen Jagdwaffen berichtet wurde, die abtransportiert worden seien. Wahrheitsgehalt (Bemerkung: Nirgends habe ich soviele sinn-, halt- und belanglose Gerüchte gehört, wie in der Kaserne. Von Verhaftungen bis zu Verlobungen ist alles schon gehört worden. Ich zweifle mittlerweile am Wahrheitsgehalt von vielem.) Glaube nicht, dass jemand festgenommen wurde ubd glaube nicht, dass diese Ereignisse für mich relevant sind. (À propos relevant: Der Satz der Woche „I don’t even care“. wurde fast zu Tode gebraucht und lässt auf die generelle Relevanz von Geschehnissen erahnen.)

Freue mich auf das letzte militärische Wochenende dieses Jahres. Gute Nacht.

Tag 51

Posted in Uncategorized on August 25, 2011 by lukibern

Wo soll ich beginnen? Ein Tag, wie es sie nur im Militär geben kann.

Am Morgen durften wir einer weiteren Pflegetheorie beiwohnen. Kommentare erübrigen sich weitgehend, da die Stunde auch weitgehend frei von Neuem war (ausser, dass unsere Fachlehrerin neben marschieren (Bieler hunderter) auch als Sanitäterin an Motocrossrennen geht- interessant und relevant. Item).

Danach wurden wir wieder einmal in ABC ausgebildet. Was jeweils im Vorfeld für den Anschiss des Jahrhunderts sorgt, sollte sich erneut als nicht ganz so wild erweisen. Die Gruppenführer sorgten mit ihrer Interpretation der Übung heute dafür, dass die sinnarme Übung relativ erträglich vorüberging.

Der Nachmittag artete in einem organisatorischen Ghetto aus.

Erneut sahen sich die Entscheidungsträger der Kompanie durch die Transportsituation vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt. Vier Züge sollten mit Material in drei Lastwagen den Standort wechseln. Schwierig. Mit einer Viertelstunde Verspätung schafften wir es dann doch noch, die Verschiebung in Angriff zu nehmen.

Der Nachmittag bestand aus Schiessen und körperlichem Zwang. Beim Schiessen ging es darum, sechzig Schuss möglichst schnell in die Scheibe zu jagen. Dabei war das Ziel nicht, zu treffen. Folglich wurde nicht gezielt. Unter dem Strich war es völlig unnötig beziehungsweise Sanitätstechnisch völlig irrelevant.

Im Stress (weil der Zeitplan nicht aufging) liefen wir von einem Posten an den nächsten und wurden noch ein wenig gestresst unterwegs. Die Resultate des gedrängten Zeitplans und des trotzdem Durchstierenwollens liessen nicht lange auf sich warten. Die Vorgesetzten führten den ersten Posten im Nahkampf vor, wobei der aktive Posten dem passiven die Nase brach. Es klang wie das Brechen eines Zweiges. Zum Glück war er von Sanis umgeben.

Danach versuchte uns ein Vorgesetzter durch Überwältigen zu beeindrucken, was peinlich misslang, da er von fünf Versuchen einen einzigen zu Boden brachte. Das ist die schlechteste Bilanz, die ich je von einem Vorgesetzten gesehen habe. Item.

Die Rückverschiebung war auch nicht unproblematisch, da für vier Züge noch zwei Lastwagen zur Verfügung standen. Ein Zug konnte also noch unten bleiben, während wir gen Kaserne zogen.

In der Kaserne durfte ich dann beim Schuhputzen erfahren, dass mindestens ein Gruppenführer diesen Blog liest. Liebe Grüsse an dieser Stelle.

Hier möchte ich auch noch allen Steuerzahler für ihre finanzielle Unterstützung danken. Wir durften/mussten als Kompanie alleine heute 7000 Schuss in den Hang ballern. Auch der Dieselverbrauch der Lastwagen dürfte mit einigen Franken zur Jahresrechnung des Militärs beitragen. Ich danke herzlich, auch wenn ich nicht unbedingt von all diesen Leistungen profitieren müssen möchte. Item.

Nachtrag von gestern: Der Oberst war bei der ABC Inspektion entsetzt, das Ganze sei Militärtheater (ausgesprochen „Militächtheatch“). Militärtheater wurde einstimmig zum Pleonasmus des Jahres erklärt. (der klassische Pleonasmus war bis heute der „weisse Schimmel“). Ich sehe nur wenig Widerspruch zwischen Theater und Militär. Aber das ist meine Meinung.

Im Namen des Militärtheaters grüsse ich aus der Soldatenstube.

Tag 51

Posted in Uncategorized on August 24, 2011 by lukibern

Heute war den ganzen Tag Inspektion. Das bedeutet, dass unser „Ist-Zustand“ von einem Oberst im Generalstab überprüft wurde. Der Sinn ist auch huer nur zu erahnen, aber kaum ganz nachzuvollziehen.
Der betreffende warf mit Wörtern wie „Ist-Zustand“, „Soll-Zustand“ und „Delta minus“ oder sogar „Delta plus“ nur so um sich. Es war so, als müsste er das äusserst bescheidene geistige Niveau der ganzen Inspektion kompensieren, indem er in jeden Satz pseudowissenschaftliche Wörter wie oben erwähnt, einstreute. Die beeindruckende Wirkung blieb aus, ebenso wie die des schwarzen Berets.

Es wurde jedem Zug ein Gebiet zugelost, das geprüft wurde. Bei unserem Glück konnte es nicht anderes als ABC und Zugschule sein (Bemerkung: erstes ist militärisch gesagt suboptimal, weil es dem Wesen von ABC entspricht und weil es für einen Sanitäter von einer seltenen gesehenen Irrelevanz ist, zweiteres, weil wir es nicht optimal beherrschen).

In der Zugschule waren wir genügend. So weit, so gut.
Bei der Inspektion ABC warfen wir uns in den Anzug und wurden zum Verhalten befragt. Danach wurde die Ordnung in einer Tasche überprüft und unsere Notration wurde kontrolliert (Man sollte einen Plastiksack mit Material für einige Tage dabeihaben, sprich T-Shirt, Wäsche, Necessaire etc.). Natürlich haben wir nichts korrekt (genug) gehabt.
Wir haben auf jeden Fall nicht bestanden.
Ich bin immer noch völlig fassungslos enttäuscht. Man führe sich vor Augen, dass ich von heute an bei jeder Bewerbung erwähnen muss, dass wir die ABC Inspektion nicht bestanden haben. Neben meinem Selbstwertgefühl sind auch meine Chancen auf einen guten Beruf (oder überhaupt auf einen Beruf) auf ein Minimum geschwunden. Das Leben geht weiter. Hoffentlich. Dramatisch wars schon.

Intressante Fakten:

–Generalstab: Die hohen Kader im Generalstab unterscheiden sich signifikant von allen anderen Schweizern. Während wir Normalsterblichen in Frieden leben, steht bei den Generalstäblern der Russe vor der Tür und die Bedrohung ist nah. Das zu dem.

–ABC: Wir werden darin geschult, Schutzanzüge anzuziehen und uns reglementgetreu zu verhalten. Im Ernstfall würde ich nach Hause telefonieren, sie vor der Bedrohung warnen, Freunde warnen und wenn ich noch atmen kann, ein Bier trinken beziehungsweise mir die Diazepamspritze reinhämmern um glücklich zu sterben. Man muss immer realistisch bleiben.

Morgen gehts normal weiter. Normal heisst im Moment immer häufiger locker und lustig mit den Vorgesetzten. Sie haben auch gerne Spass.

Gute Nacht

Tag 50

Posted in Uncategorized on August 23, 2011 by lukibern

Der heutige Tag sollte bis zum Schluss alles bereithalten, was das Militär zu bieten hat: vom Sinnlosesten bis zu sehr schönen Dingen durften wir einiges erleben.

Der Tag begann mit Manipulationen. Eine Stunde lang wurde geladen, Magazin gewechslet und zum guten Schluss wieder entladen. Ein ums andere Mal, immer in anderen Schiessstellungen. Ich hatte dabei die undankbare Aufgabe, das Ganze zu leiten und damit meine Kameraden durch eine unangenehme Übung zu führen, die ich zu lange und wenig sinnvoll fand. Item.

Danach schossen wir zehn Minuten lang, damit wir geschossen hatten und das Gewehr putzen konnten. Im Anschluss durften wieder manipulieren. Es herrschte alles andere als Freude.

Der Nachmittag begann mit körperlichem Zwang, wo wir das Verhalten beim Wachtdienst übten und einige schwierige Situationen sehr amüsant durchspielten. Spassfaktor relativ hoch.
Ebenfalls wurden Schlag-und Abwehrtechniken angewandt und eingeübt, wobei wir mit dem Gruppenführer sehr viel Spass hatten und auch Blödeleien Platz hatten. Den Abschluss bildete die Prügelstrasse. Das klingt wahnsinnig brutal und ich werde nicht genauer darauf eingehen, damit hier ein Eindruck der Härte stehen bleibt. Militär soll ja irge dwie auch hart sein. Item.

Gegen Ende des Tages folgte der Höhepunkt der Sinnlosigkeit. Wir übten für die Schulinspektion von morgen. Wir standen zwei Stunden rum. Ich habe auf die Uhr geschaut. In der Zeit legten wir auf Formationswechseln insgesamt höchstens fünfzig Meter zurück. Sonst standen wir da. Ohne Sinn, ohne Zweck, ohne Pause und ohne jede Begeisterung dafür, dass unsere persönliche Zeit schmolz wie ein Eis in der Tessiner Sonne (die uns offenbar mag und uns auch heute Gesellschaft leistete). Wir standen, standen, standen noch ein wenig mehr bis wir am Schluss nur noch dastanden. Bei der ersten Bewegung fühlten sich meine Kniee an, als wäre ich ein 90-jähriger Maurer mit Arthrose. Wunderbar. Der Sinn der Übung ist nicht zu bestimmen (sogar Kader haben sich darüber heftig aufgeregt).

Nach der Übung wurde geduscht und wir bereiteten uns auf den Ausgang vor. In dieser Zeit wurden für unseren Zug 240 Dosen Coca Cola angeliefert. Ja, soviele. Ein Rekrut hatte die Firma angeschrieben, welche grosszügig ihre dunkle Brühe an uns verschenkte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

Den Ausgang verbrachten wir pizzaessend in Airolo. Da wir nicht erst mit dem Bus zurück in die Kaserne wollten, mobilisierten wir einen Wachtmeister, der uns Rekruten mit seinem kleinen Seat bequem und exklusiv in die Kaserne fuhr. Ein Hochgefühl sondergleichen, da wir wirklich ein Privileg genossen. Ein Dankeschön an dieser Stelle auch. Ich nehme an du liest es-du weisst, dass ich dich liebe 😀

Allgemein ist die Stimmung sehr gut und grundsätzlich sehr locker (zumindest zugintern). Weiterhin zu denken geben die Stimmungsschwankungen der Gruppenführer. Entweder verfrühte Midlifecrisis, eine schwere hormonelle Dysbalance oder das Militär lässt das Hirn solange verkümmern, bis es nicht mehr weiss, zu welcher Situation welche Stimmung passt. Ich tendiere zu Letzterem, da mein Hirn etwa noch 10% der ursprünglichen Leistungsfähigkeit besitzt, wenn ich eine grüne Uniform trage. Weitere Schäden bei längerer Exposition würden mich auch im emotionalen Bereich nicht erstaunen.

Morgen werden wir vom Schulkommandanten inspiziert. Für mein zukünftiges Leben weitgehend irrelevant.

Gute Nacht.