Archiv für April, 2012

Tag 36

Posted in Uncategorized on April 29, 2012 by juraglider

…und weil’s so schön ist bleiben wir doch noch einen Tag: Nach einer langen Pause, stehend auf dem Appellplatz verbracht, durften wir Nachholer selbstständig in Detachements zum Schiessplatz Seltisberg verschieben. Ein äusserst revitalisierender Morgenspaziergang mit Splischu, Kampf Komplett und allem ABC-Material auf Mann. Danach wieder eine Pause bis der zuständige Stabsadjutant auf Platz war um eine Anwesenheitskontrolle durchzuführen und die nächste Pause zu befehlen. Irgendwann durften wir dann endlich beweisen, dass wir doch nicht komplett unfähig sind, was mir glücklicherweise gelang. Zurückverschieben nach Liestal durften wir glücklicherweise wieder zu Fuss, denn sonst hätten wir gar nicht allen unterwegs zeigen können, dass wir auch mit zwei Rucksäcken – einige im Zug konnten ihren nicht mehr tragen – noch vorwärts kommen. Und warm wars, richtig wohlig! Danach durften wir fast selbstständig unsere sauberen Sachen putzen, bevor uns dann ein Obergefreiter nach Frenkendorf fuhr, natürlich in einem Riesengehetze, da der Obergefreite bald danach schon wieder irgendwohin fahren musste. Die Tatsache, dass sowohl ein zugseigenes Fahrzeug bereitstand sowie drei (!) befugte Fahrer unter den Nachholern waren, wurde gänzlich ausser Acht gelassen. Das Resultat: Erst in Frenkendorf Stress pur zum Duschen, Ausgangstenue erstellen, Zimmerordnung erstellen usw. danach Rückverschiebung nach Liestal in einem innen schmutzigen Kompaniefahrzeug (das Zugsfahrzeug in Liestal wäre frisch geputzt gewesen) um dort fast eine Stunde… ihr erratet es: Pause zu machen! Um 17:00 Uhr, zehn Stunden nach den Erfüllern, konnten die meisten von uns nach Hause. Die drei Unglückspilze, die noch bleiben mussten, durften hoffentlich am nächsten Morgen, spätestens jedoch am Samstag um 17:00 Uhr nach Hause.

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Tag 35

Posted in Uncategorized on April 29, 2012 by juraglider

Trotz wunderschönem Wetter und angenehmen Temperaturen konnte ich den Tag nicht wirklich geniessen. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um einen schweren Fall von Frühlingsmüdigkeit, denn auch die Posten waren eigentlich recht abwechslungsreich und spannend: PKW durchsuchen, LKW durchsuchen, Verletzte mit der Sanitätsbahre im Gefecht bergen. Den Höhepunkt bildete der Posten, wo wir als Trupp, in unserem Fall fünf Leute, aus einer Deckung vorrücken mussten und plötzlich der erste Mann getroffen wurde. Diesen mussten dann zwei aus dem Trupp unter Deckungsfeuer (mit Markiermunition, d.h. es knallt aber schiesst nicht) zurück in Deckung schleifen, bevor die Abdecker selbst, immer noch schiessend, im Binom (zu zweit) zurück in Deckung gingen.
Für die Schiessauszeichnung hat es mir leider nicht gereicht. Statt einen Punkt mehr habe ich einen weniger erreicht: 70 statt der nötigen 72. Und dann gab’s zum Schluss des Feldtages noch einen Überfluss an Nahrungsmangel. Die eigentlich köstlichen Cannelloni reichten leider kaum für alle Rekruten, geschweige denn fürs Kader. Während wir uns mit einer einzigen Kiste davon begnügen mussten konnte sich Zug 2 aus drei Kisten den Bauch vollschlagen. Schön, dass wir das erst beim Schuhe putzen nach dem Essen erfahren haben.
Bis wir dann um 22:30 Uhr in unsere Betten schlüpfen konnten verlief der Rest des Tages ruhig und ereignislos, abgesehen von zahllosen Sticheleien der Erfüller gegen die Nachholer.

Tag 34

Posted in Uncategorized on April 26, 2012 by juraglider

Das Wetter wird besser! Auf der Sichtern fand bei bedecktem, aber trockenen Wetter die Vorbereitung aufs Wettschiessen statt. 72 Punkte aus 85 auf 300 Meter Distanz muss man morgen erreichen, um ein Sugus, Ribbon, Abzeichen oder wie ihr das auch immer nennt zu gewinnen für das Ausgangstenue. Jedenfalls kriegte ich immerhin 71 Punkte hin. Wer weiss, vielleicht reicht’s ja morgen für den letzten nötigen.
Am Abend nach dem Ausgang wurde noch ein bisschen in die Drama-Kiste gegriffen: Weil ein (frisch zum Soldaten beförderter) Kaderanwärter betrunken war oder sich zumindest so verhalten hat und ein anderer zur allgemeinen Belustigung ein Bild aus einem Männermagazin an die Tür des Zimmers der Gruppenführer gehängt hat wollte der Feldweibel gleich zwei Disziplinarstrafverfahren anregen. Ich brenne schon jetzt darauf, den Ausgang dieser Ereignisse zu erfahren.

Tag 33

Posted in Uncategorized on April 26, 2012 by juraglider

Ein Scheisstag: Nach nur ca. 4h Schlaf mit Schnupfen, Husten und Fieber aufgewacht, das mit der Zeit nur stärker wurde. Die ersten drei von vier Posten, die wo man etwas können musste, habe ich alle problemlos bestanden: ABC/Sanitätsdienst 32 von 35 Punkten, Schiessen 50 von 50, Fahrerposten mit Ketten montieren und Manöverparcours fehlerfrei. Alles schaute soweit gut aus und ich freute mich schon aufs Leistungsabtreten am Freitagmorgen. Doch dann ging’s los:  Manipulieren: Alles gut, aber beim Entladen den Blick ins Patronenlager vergessen: Nef (Nicht erfüllt). Gefechtszeichen: Kein Problem, 8/8 richtig. Anmelden: Nef weil eine Hand für eine Sekunde am falschen Ort. Haben wir am ersten Tag der RS schon gelernt, ich vergeigte es trotzdem. Die Schuld schiebe ich jetzt mal auf die Müdigkeit, das Fieber und den Schnupfen. Am Nachmittag konnte ich kaum noch klar denken. Nun ja, wenigstens gabs dann acht Stunden Schlaf, die brauchte ich dringend.

Tag 32

Posted in Uncategorized on April 26, 2012 by juraglider

Für einmal war der Montag ein guter Tag: Wir waren in der Kaserne, konnten uns den ganzen Morgen selbstständig – und damit meine ich WIRKLICH selbstständig, also ganz ohne Vorgesetzte – auf die Inspektion am Dienstag vorbereiten. Das habe ich ca. 1.5 Stunden lang gemacht, die anderen zwei Stunden waren selbstbefohlene Pausen. Am Nachmittag war etwas Zugschule geplant. Das wurde aber kurzerhand zugunsten eines freundschaftlichen Wettkampfs gegen einen anderen Zug der Kompanie über den Haufen geworfen. Den Wettkampf haben wir zwar verloren, aber wenigstens machten wir danach mehr und lautere Liegestütz als der andere Zug.
Dann die Wende: Letzte Vorbereitungen für den 20km Marsch treffen. Packung erstellen, die Reglemente in den Hosentaschen durch Zwipf (Zwischenverpflegung) ersetzen, Batterien für die Taschenlampe fassen.
Nach einem leichten Abendessen auf dem Feld, wohin wir zuvor motorisiert verschoben wurden, in Zweierkolonne eingestanden und Abmarsch. Der Marsch war lang. Viel länger als einem die Zahl „20km“ vorkommt. Dreieinhalb Stunden brauchten wir, um die Kaserne zu erreichen. Alle waren danach der Meinung, es seien mindestens 25km gewesen. Auch die Gruppenführer. Um ca. halb eins konnten wir endlich völlig geschafft ins Bett fallen.

Rückblick Woche 6

Posted in Uncategorized on April 22, 2012 by juraglider

Die letzte Woche war recht turbulent, was auch der Grund für meine Blogging-Pause ist. Sorry an dieser Stelle.

Den Montag kennt ihr ja schon. Am Dienstag ging es für mich übernächtigt weiter auf dem Schiessplatz Seltisberg. Es war der einzige trockene Tag dieser Woche und an verschiedenen zunehmend spannenderen Posten lerntenn wir das Prinzip „Feuer und Bewegung“ sowie Sanitätsdienst, Funken und Schliesstechnik , wobei letzteres nichts mit Türen und Toren zu tun hat sondern „nur“ mit Handschellen. Auch den Nachtbub mussten wir noch über uns ergehen lassen, aber da hat man wenigstens ein Ziel, auf das man hinarbeiten kann: Das zweite Nachtessen. Auf dem Speiseplan: Wienerli im Teig. Super!

Am Mittwoch wartete Zug 4 in der Zugschule mit einer Glanzleistung auf, die vom Obersten, dem Schulkommandanten Stv, mit „die schlechteste Zugschule, die ich in 35 Jahren Militärkarriere gesehen habe“ quittiert wurde. Nachholer am Samstag für den ganzen Zug.

Zwei Tage später bekamen wir auf Niveau Sockelschublade zu spüren, dass Sch**sse definitiv bergab rollt: Der ZS des Kompaniekommandanten, der dem Schulkommando direkt unterstellt ist, hat sich gewaschen, aber gründlich! Vor versammelter Kompanie mussten alle Mitglieder sich per Handzeichen identifizieren und Aussagen über sich ergehen lassen wie „Es ist eine Schande, dass ihr in unserer Kompanie seid!“ Dann wäre das ja geklärt. Das gesamte Kader unseres Zuges konnte die Standpauke durch geschlossene Türen von draussen mitverfolgen. Mich persönlich hat sie aber ehrlich gesagt nicht grossartig beeindruckt, denn ich kenne den Major, der sie gehalten hat, ein bisschen und einen ZS von einem wie ihm kann ich nicht ernstnehmen. Seinen Zweck hat er aber offensichtlich erfüllt, denn am Samstagmorgen nach der Nachinspektion durften wir uns selbst applaudieren: Wir sind jetzt der beste Zug der Kompanie, die Zugschule war schlicht geil.

Ich habe vorgegriffen: Donnerstag und Freitag waren wir wieder auf dem Feld, das Wetter so wechselhaft wie die Stimmung. Erkenntnisreich war die Arbeit am Kompaniearbeitsplatz, d.h. die Kompanie wurde in fünf Detachemente eingeteilt, die jeweils aus Leuten von mindestens drei Zügen bestanden. So konnte der Wissensstand etwas ausgeglichen werden und man konnte neue Bekanntschaften knüpfen. Eine gute Idee bis zu dem Zeitpunkt wo am Freitag Rückverschiebung nach Liestal angesagt war: Fahrzeuge aller Züge standen irgendwo auf dem Schiessplatz rum und wurden irgendwie von irgendwem nach Liestal befördert. Ich hatte an „meinem“ Zug-4-Duro plötzlich einen unbekannten Anhänger dran, von dem ich in der Kaserne durch einen Zeitaufwand von ca. 30 Minuten erfuhr, dass er zu Zug 3 gehörte. Parkieren war sowieso unmöglich, die Fahrzeuge standen kreuz und quer von der Ein- bis zur Ausfahrt der Tiefgarage rum. Chaos pur! Und weil ich mit sinnlos hin- und herlaufen beschäftigt war, mussten sich meine Kameraden einmal mehr um die Säuberung meines Materials kümmern.

Soviel zu Woche 6. Der Wochenrückblick soll die Ausnahme bleiben, ich hoffe sehr, in Woche 7 wieder täglich aus den grünen Ferien erzählen zu können. Bis dann!

Tag 26

Posted in Uncategorized on April 18, 2012 by juraglider

F**king Monday: Und das nach nur vier Stunden Schlaf. Das lässt sich übrigens mit der Ruhezeitverordnung vereinbaren, denn das ganze Wochenende zählt als Ruhezeit. Schliesslich hätte man ja die Möglichkeit zu schlafen. Spielte für mich heute früh jedoch eh keine Rolle denn ich durfte zusammen mit dem gemeinen Fussvolk – gehässige Kommentare von Kameraden erwünscht – zum Schiessplatz Sichtern marschieren. Das wäre absolut kein Problem, wenn nur die vermaledeite Splischu (Splitterschutzweste) nicht wäre. Unter diesem unflexiblen Neo-Schild kann man kaum atmen und wird zwangsläufig mit fiesen Verspannungen in den Schultern bestraft. Wofür? Nicht Problem meiner Stufe! Dank dem tollen Wetter konnten wir uns dann während der Ausbildung so richtig einsauen bis wir von oben bis unten voller Schlamm waren. Leider auch mein Gewehrlauf. Er musste seinen ersten Schoggistich erleiden, wofür ich mich aufrichtig entschuldigen möchte bei ihm. War wenigstens nicht aus Dummheit, sondern nur weil ich beim „Feuer und Bewegung“ in einer Schlammpfütze ausrutschte.
Am Nachmittag ging’s bereits zurück in die Kaserne Liestal zum Material putzen. Mittlerweile haben wir sogar alle den Wachtest hinter uns gebracht, auch wenn ein Mitglied unseres Zuges – erst wollte ich Vollpfosten schreiben – es tatsächlich nicht einmal mit Abschreiben vom Lösungsblatt auf Abhieb schaffte. Und sowas erhält eine scharfe Waffe… Da bin ich direkt wieder froh um meine Splischu!
Trotz der bereits beachtlichen Länge dieses Posts muss ich jetzt einfach doch auch noch loswerden, dass unser Feldi SteeVau ein geiler Siech ist! Alles detailliertere kann ich leider nicht veröffentlichen, weil sonst wahrscheinlich wieder eine Welle von Verboten über Ueli’s Trachtenverein schwappen würde.

Rekrut Marti, (am) Ende