Archiv für Juni, 2012

Tag 64

Posted in Uncategorized on Juni 21, 2012 by juraglider

Der Mittwoch war wieder eher ein überschüssiger Tag. Die Paragraphenreiter hier hatten dadurch leider sehr viel Zeit und Motivation, uns das Leben schwer zu machen. Zum Beispiel musste die Zimmerordnung musste perfekt erstellt werden. Hier bedeutet das nicht, dass alle ihre T-Shirts auf dem richtigen Tablar im Schrank haben, sondern sogar, dass die T-Shirts genau gleich breit zusammengefaltet sind und keines weiter vorn oder hinten liegt als das andere. Das selbe gilt natürlich auch für die Gnägis und die Hemden. Auch die Schlafsäcke wurden bemängelt: Sie waren nicht alle gleich gross zusammengerollt. Inwiefern gleich grosse Schlafsäcke unsere Einsatzbereitschaft optimieren sei dahingestellt. Nun ja, morgen wird Gerüchten zufolge wieder spannender.

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Tag 63

Posted in Uncategorized on Juni 21, 2012 by juraglider

Nach einem langen Wochenende ist der Anschiss immer viel grösser als nach einem kurzen, wenn’s wieder ums einrücken geht. Die neue Unterkunft, ihre Regeln und vor allem ihre Berufsoffiziere halfen absolut nicht, diesem Gefühl entgegenzuwirken. Immerhin brachten wir den Zimmerbezug und das Material-Fassen halbwegs speditiv hinter uns, doch dass die Leute hier dermassen viel auf Formalitäten geben zeigt mir schon jetzt, dass sie fachlich schwach sind oder zumindest uninteressiert. Aber wen interessiert schon, ob man ein Funkgerät benutzen kann? Korrekt grüssen ist eh viel wichtiger! Nun ja, wenigstens hatten wir beim Kasernenrundgang genügend Gelegenheit, unserem Unmut in Form von Liegestütz Luft zu machen. Die Verbandsausbildung (VBA) ist schon fast WK?! Von wegen!

Tag 62

Posted in Uncategorized on Juni 9, 2012 by juraglider

Arbeit in Sicht, die Kaserne muss noch abgabefertig gemacht werden. Ich bin im Reservedetachement und das erste, was der Feldweibel bei unserer Befehlsausgabe fragte war: Wer will Mat Wache machen für die Entlassungspackungen der ganzen Kompanie, die in der Sporthalle deponiert sind? Marti’s Hand als erste oben. Perfekt, Schoggijob gefasst! Den ganzen Morgen nur rumsitzen und am Handy rumdrücken.
Am Mittag war der Akku genauso leer wie der Magen, aber das kümmerte wenig, denn um ca. 13:30 Uhr liessen uns das Kompaniekommando und der Schulkommandant zum letzten Mal nach Hause gehen. Die Wehmut hält sich in Grenzen, ich freue mich auf eine neue Kaserne, eine neue Kompanie und einen neuen Arbeitsplatz, in der Hoffnung, dort weniger oder zumindest nicht mehr die selben Probleme anzutreffen. Man wird sehen! Weiter geht’s nächsten Dienstag.

Tag 61

Posted in Uncategorized on Juni 7, 2012 by juraglider

Der letzte komplette Tag in Liestal ist gekommen. Heute war ich nicht einmal in ein Detachement eingeteilt laut Tagesbefehl, aber natürlich gab es auch für mich etwas zu tun: Mit einem Kameraden von Zug 3 hatte ich den ganzen Tag Zeit, ein einziges Zimmer mit 14 Betten und Schränken zu putzen. Dafür liessen wir uns bis nach dem Mittagessen Zeit, obwohl es auch in eineinhalb Stunden zu schaffen gewesen wäre. Wenn man aber früher fertig wird und dumm genug ist, das auf dem Kommandoposten zu melden, wird man mit grosser Wahrscheinlichkeit mit weiteren Arbeiten betraut, und das wäre ja äusserst unvorteilhaft. Beim Mittagessen erfuhren wir aber, dass man anstatt arbeiten Sport machen geht sobald man mit seiner Arbeit fertig ist. Dann war das Zimmer plötzlich ruckzuck sauber und wir machten uns auf den Weg aufs Fussballfeld. Bis fast zum Abendessen spielten wir dort oder sassen herum, aber jetzt kommts: Bei der Materialrückgabe gestern konnten wir ein Tenue C nicht abgeben, weil wir es noch anhatten. Exkurs Tenues: Tenue A ist der graue Anzug, das Ausgangstenue. Tenue B ist ein neuer, persönlicher Tarnanzug, der – wie Tenue A – mit dem Béret getragen wird und nach meiner Ansicht die gleiche Funktion hat wie Tenue A, mit den Vorteilen dass er gemütlicher ist, besser aussieht und man die Waffe dabeihaben darf wenn man ihn trägt. Tenue C, der Arbeitsanzug, besteht aus einem gebrauchten Taz (Tarnanzug) und dem Mutz, der typischen Schirmmütze der Armee. Dieses Tenue wird auf dem Feld getragen und sieht entsprechend aus. Nach der ersten Hälfte der Woche besteht es wahrscheinlich mehr aus Waffen- Schuh- und Maschinenfett sowie Staub, Schlamm und Schweiss als aus dem eigentlichen Stoff. Aber zurück zum Thema: Anstatt gestern im Tenue B das Mat abzugeben und dafür gleich alles, mussten wir jetzt noch das zweite Tenue C abgeben, nachdem wir geduscht und Tenue B erstellt hatten, denn offenbar steht irgendwo in irgendeinem Reglement, dass im Tenue B kein Material abgegeben werden darf. Danach gabs Happa-Happa und nachdem wir unsere Entlassungspackung erstellt hatten wurde im Esssaal noch Black Hawk Down vorgeführt. Da staunt der Laie!

Tag 60

Posted in Uncategorized on Juni 7, 2012 by juraglider

Zum zweiten Mal in meiner Militärkarriere führte mich mein Weg heute nach Othmarsingen. Im dort gelegenen Armeelogistikcenter hatten wir den ganzen Tag lang Zeit, alle Fahrzeuge der Kompanie zurückzugeben. Das gestaltete sich schwieriger, als ich es mir je hätte träumen lassen, denn die Sauberkeitskontrolle der Angestellten dort war so gründlich, dass ich das Gefühl hatte, einen Operationssaal abzugeben anstatt Kriegsgerät. Jede Ritze, Kante und Spalte, zugänglich oder nicht, wurde mit dem Finger genauestens auf Staub überprüft. Ausserdem mussten wir die Fahrzeuge mit Wasser abwaschen von aussen, obwohl wir seit der dritten RS-Woche, als die Fahrerausbildung begann, wussten, dass das immer Wasserflecken auf dem Speziallack hinterlässt. Aber bitte, wenns denn sein muss… Unnötig zu erwähnen, dass Wir eine halbe Stunde später die Wasserflecken auf Geheiss der Angestellten selbst wegwischen mussten. Jedenfalls ging das den ganzen Morgen so, und obwohl ich gestern ja schon einen Duro geputzt habe, durfte ich eigentlich alles noch einmal machen, denn das Fahrzeug, dass ich zugeteilt bekam, war von Kompanie 1 und schaute aus wie Sau! Den Laderaum hatten die wahrscheinlich nichtmal mit dem Hintern angeschaut als es ums Putzen ging. Aber auch das ging vorbei und den ganzen Nachmittag über lagen wir Fahrer nur noch faul in der Sonne! Auf der Rückfahrt nach Liestal folgte ein kurzes Nickerchen und nach dem Abendessen konnten wir als erster Zug unser Material abgeben. Materialverlust bei mir: Ein Schulabzeichen von Liestal, Wert CHF 3.50, denn das wollte ich behalten. Sagte man das aber so, musste man es doch abgeben, also hatte ich es eben „verloren“.

Tag 59

Posted in Uncategorized on Juni 7, 2012 by juraglider

Der Start in eine äusserst entspannte letzte Woche in Liestal, zumindest für mich. Andere haben schlechtere Karten gezogen, die mussten heute noch einmal aufs Feld. Ich musste zwar früher aufstehen als die meisten, hatte dann aber einen total gemütlichen Tag, da ich als Teil des Fahrerdetachements nur die Materialkontrolle aller Kompaniefahrzeuge sowie deren Reinigung auf der Pendenzenliste hatte. Morgen geben wir die Fahrzeuge dann ab.
Meine neue Adresse ab nächster Woche ist übrigens wie folgt:

Sdt Marti Jan Marco
VBA Fl 82-1/12
Flpl Si Kp, Zug Borer
Militär 42722

Jedenfalls haben wir den halben Tag lang Pause gemacht und das erst noch im Trockenen. Veränderungen sind weder im Arbeitsverhalten noch im Wetter für den Rest der Woche absehbar!

Tag 58

Posted in Uncategorized on Juni 7, 2012 by juraglider

Heute wars soweit: Endlich durften wir doch noch in die Kaserne nach Liestal umziehen – für vier Nächte. Mancher, der das Militär nie von innen erlebt hat, möchte jetzt vielleicht versucht sein zu denken „Immerhin, soll er doch zufrieden sein.“, jeder und jede, die mal Vierfrucht getragen hat, weiss aber, dass dem nicht so ist: Neuer Dienstbetrieb, neue Zimmerordnung, ca. 80kg Gepäck in den dritten Stock schleppen, zum Teil andere Regeln und – viel wichtiger – andere Leute, die sie durchsetzen. Es ist nur eins: nervig! Ich nehme mir gar nicht erst die Mühe, die Zimmerordnung gut zu machen und auswendig zu lernen. In einer Woche bin ich eh schon wieder weg hier. Zwei positive Dinge sollen aber doch auch noch erwähnt werden: Wir haben mehr Zeit für uns am Morgen und Abend obwohl wir später aufstehen müssen und die Duschen sind wesentlich angenehmer als in Frenkendorf. Trotzdem: nervig!