UOS 19

Donnerstag bedeutet-wenn alles gut geht- Ausgang. Konsequenterweise bestimmt die Vorfreude auf den Ausgang den ganzen Tag.

Der heutige Tag begann mit dem Programmpunkt Szenarien. Das bedeutete das Bergen, Versorgen und Abtransportieren eines Patienten. Freude herrschte und die Herausforderung machte sämtlichen Beteiligten meines Wissens Spass.
Mein Lieblingsadjutant und ich genossen es stillschweigend die Zeit zusammen. Zwischen uns braucht es nicht viel Worte.

Nachdem die Szenarien abgehandelt und die Patienten retabliert (militärisches Synonym für alle Tätigkeiten, die etwas wiederherstellen) waren, durften wir die Waffe fassen und in Vollpackung unter ein Dach verschieben um so einen Theorieblock zu bestreiten. Wir hatten verschiedenste Szenarien, für die wir Entschlussfassungen ausarbeiten mussten. Ich weiss bis jetzt immer noch nicht, was eine Entschlussfassung beinhaltet, denn entweder michte unser Klassenlehrer keine Zeitangaben oder genau diese fehlten ihm in der Entschlussfassung. Die Verwirrung kippte bald in Gleichgültigkeit.

Mitten in einem Auftrag fiel mir auf, dass noch nicht Mittag war. In dem Moment hätte ich schwören können, es sei Abend (es war bewölkt und daher ein wenig dunkler, die Meteored.). Die Erkenntnis, dass noch der ganze Nachmittag vor und stand, liess mich kurz innerlich kollabieren.

Mittagessen wurde gegessen.

Der Nachmittag verlief ähnlich ereignisreich wie der Winterschlaf eines Murmeltiers, das gerade gestorben ist.
Während solchen Nachmittagen ist man um Laptops mit funktionierender Internetverbindung (Stichwort Youtube) dankbar, denn so war es uns möglich sinnvollen Beschäftigungen nachzugehen.

Am Abend war dann der grosse Auftritt von unserem Feldweibel. Nebst der Arbeit, die er nicht erledigt, staucht er uns auch auf persönlicher Ebene zusammen.
Heute regte er sich beispielsweise darüber auf, das Fresspäckli unter den Betten gelagert wurden. Dies war zwar während vier Wochen kein Problem, aber während jenen vier Wochen war unser lieber Freund und Helfer auch nur eine handvoll Halbtage anwesend.

Eine unerklärliche Phobie vor Überstunden führt offenbar dazu, dass die meisten unserer Zeitmilitärs prophylaktisch zu wenig arbeiten. Also gearbeitet wird zwar seitens Feldweibel sowieso nicht, aber zwischendurch ist er physisch präsent.
Wichtig ist, dass Leute im Ernstfall ihre Stunden aufschreiben und zwei Tage vorbeischauen. Das hilft allen.

Nebst dem, dass er sich und damit uns aufgeregt hatte mit Beleidigungen aller Art, gab er bei rund 20 Grad (eher mehr) den Befehl gab, die Kälteschutzjacke in den Ausgang auszuziehen. Die schützt vor Kälte. Nicht vor 20 Grad. Und auch nicht vor erhöhtem Blutdruck beim empfangen solcher Befehle.

Mit der Wut über unseren überbezahlten, unterpräsenten und -qualifizierten Feldweibel machten wir uns auf in den Ausgang. Übrigens machte unser Freund auch gerade Feierabend. Heute war schon sein zweiter Arbeitstag diese Woche. Der erste war Montag. Ich finde Erholung wichtig und hoffe er findet sie bis nächsten Montag, wenn er wieder nichts machen muss.

Ich habe fertig

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