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UOS 28

Posted in Uncategorized on September 13, 2012 by lukibern

Aufgrund technischer Probleme wurde der gestrige Bericht zwar verfasst, konnte aber leider bis jetzt nicht hochgeladen werden. Ich kümmere mich am Wochenende darum und versuche, den Bericht noch heraufzuholen.

Heute war ein Tag, der viel Seelenhygiene beinhaltete. Sämtliches Material wurde abgegeben und damit alle psychischen Belastungen und Sorgen. Wie weggeblasen.

Ausserdem beinhalten die Tage vor einer Entlassung primär eines: zu viel Zeit. Vielfach gilt es, darauf zu warten, dass die nächste Pause beginnt. Stunden werden verbraten. So schlimm ist es nicht.

Besonders amüsant gestaltete sich (nach der Abgabe der Velos) die Abgabe des Materials, das wir auf dem Zimmer hatten.
Eine Auslegeordnung wurde erstellt und das Material abgegeben. Dabei war die Abgabe so chaotisch als nur möglich gestaltet. Nach der Nennung des Artikels traten 20 Mann nach vorne und legten den Artikel auf den Tisch. Die mit fehlendem Material traten nicht nach vorne und das wurde nicht bemerkt. So hätte man in einer ersten Phase unbemerkt Material im Wert von mehreren hundert Franken mitlaufen lassen können. Kein Scherz, es wäre kein Problem gewesen.
Als es aber um die Abgabe der Schulbadges (Wert 5.80) ging, wollte der geschätzte Hauptfeldweibel jeden einzelnen dieser beliebten Souvenirs sehen. Bilanz des potentiellen Materialverlusts wäre also einige Hundert Franken unbemerkt zu 5.80 bemerkt und verrechnet.
Kommentare ergeben sich aufgrund der Sachlage. Sie können sich Ihr Bild selbst machen.

Anschliessend wurden unsere Pistolen inspiziert. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, ausser dass eine zweistündige Pause folgte.
In dieser Pause wurden MuSchikartrennen durchgeführt (MuSchi=Mutterschiff, eine grosse Tasche, deren Wagen man zu kleinen Gokarts umfunktionieren kann) und geschlafen. Das Verletzungsrisiko war bei ersterem erheblich, bei zweiterem hielt es sich im Rahmen.

Das HV vor dem Kompanieabend wurde auf italienisch durchgeführt. Unsere Klasse verschob in Herzform in die Formation, eine andere Klasse kam rückwärts. Es war dies das amüsanteste HV, das ich bisher erleben durfte. So wurde es vom Oberleutnant auch nur mit einem Wort quittiert „amusant“ (französisch ausgesprochen).

Nun sind wir unterwegs im Lastwagen nach Yverdon, wo uns ein Apero am Strand, eine Ansprache, ein Abendessen und für die Unbeförderten noch eine Beförderung erwartet. Die Betonung liegt auf „unterwegs“, denn wir waren alle schon im Lastwagen als unsere Fahrer begannen herauszufinden, wohin es geht. Es dauerte nur zehn Minuten. Hervorragende Organisation, Kommentare erübrigen sich.

Nun herrscht Vorfreude.

Morgen beginnt wieder das zivile Leben.

UOS 26

Posted in Uncategorized on September 11, 2012 by lukibern

Heute Abend soll es laut Prognose regnen wie verrückt. Zahlen wie 50 Liter pro Quadratmeter machen die Runde. Offenbar macht sich Lothar’s Sohn auf den Weg. Merken Sie sich das für später in diesem Beitrag.

Der Tag begann mit der Inspektion durch den Panzeroberst. Sein Rang ist Oberst und seine grosse Liebe sind die Panzer. Sie sehen einen möglichen Konflikt mit Sanitätern beziehungsweise insbesondere mit Medizinstudenten. Panzerphilie ist hier rar gesät. Item.

Seine erste Amtshandlung war es, unsere Einsatzbereitschaft zu prüfen. Das hiess konkret er wollte einige Dinge sehen, insbesondere unsere Ohropax. Sehr zu seiner Unzufriedenheit fehlten diese zum Teil. Andere waren dreckig.

Der zweite Befehl war eine Pause gedecktgetarnt im Wald.

Danach ging es darum, im Verlauf des Tages an mehreren Posten Aufträge auszuführen.
Dies wurde grösstenteils zur Zufriedenheit aller erledigt. Im Vordergrund stand die Führungsausbildung. Der Sanitätsdienst hatte zwischendurch die Funktion des „Zuckers, damit die Pilze geht einfacher“ (siehe entsprechenden vorhergehenden Beitrag).
Unter anderem galt es, eine Brücke über einen Bach zu bauen.

Der Tag wurde erfolgreich und sogar zur Zufriedenheit des Panzerobersts zu Ende gebracht.

Jetzt müssen wir einfach noch unsere Ohropax ersetzen, was sicher Sinn macht, denn ich werde sie nie brauchen. Klingt komisch, ist aber so.

Zwischen der Inspektion und jetzt wurde die Marschpackung für Übung Finale erstellt. Es geht darum zu biwakieren (gerne verweise ich auf die Wetterprognosen) und morgen zu marschieren und Velo zu fahren.

Das Ganze mit einer Vierundzwanzigstundenration (langes Wort), die Kalorienmässig reichen sollte, aber schon sehr wenig ist.
Die Ration muss bis morgen Mitternacht ausreichen.

In diesem Sinne stürze ich mich ins Gefecht und wünsche Ihnen und mir eine trockene Nacht. Mein Hinterteil ist bereits nass, weil des Nachbars Wassersack im Lastwagen nicht dicht war.

UOS 25

Posted in Uncategorized on September 10, 2012 by lukibern

Heute war Montag. Das bedeutet, dass die Woche noch einige Tage dauert.

Diese Woche hiess es, Abzeichen zu holen oder es zumindest versuchen. Am Morgen ging es um das sagenumwobene MSA (Militärsportabzeichen).
Es galt, verschiedene sportliche Disziplinen so gut als möglich hinter sich zu bringen.

Nach den sportlichen Leistungen, wurden wir mittels Zeitmaschine zurück in die RS versetzt und durften unter Anleitung unsere Packung für morgen kontrollieren.
Freude herrschte. Es gibt kaum ein beflügelnderes Gefühl, als jemanden vor sich zu haben, der einem vorschreibt, wo man was warum braucht. Besonders, wenn diese Artikel überflüssig sind. So sind zum Beispiel beim Marsch Gehörpfröpfe (Ohropax) unerlässlich. Keine Frage.

Nach dem Mittagessen mussten wir unsere Laptops abgabebereit machen und bedankten uns noch beim Klassenlehrer für die Zeit und überreichten ihn kleine Geschenke. Er meinte -die militärische Coolness bröckelnd- „Ich bin nicht so gut, solche Sachen zu sprechen aber es hat mor Spass gemacht“. Und er langte sich ans Herz um über den Röstigraben hinweg zu zeigen, dass er gerührt war.

Zum nachmittäglichen Schiesstest gibt es nicht viel zu sagen denke ich.

Am Abend(nachdem die Kûche fürs Nachtessen erneut zu wenig gekocht hatte) wurde ich zimmerintern zum Brigadier befördert. Es gab ein Brigadierabzeichen geschenkt. Ich freute mich unheimlich und pfiff gerade einen Soldaten des Nachbarzimmers zu mir. Er reagierte verwirrt, quittierte aber meine Aktion mit einer liebevollen Ohrfeige. So läuft das. Ich bin nun Brigadier und stolz darauf.

Morgen beginnt nach der Inspektion die Übung Finale. Vorfreude baut sich langsam auf.

Heute wurde unsere Disziplin beim Einrücken vom Oberst kritisiert und er drohte mit Arrest, sollte sich die Disziplin nicht verbessern. Ich denke, das ist eine legitime und reife Vorgehensweise. Wenn ich es für nötig befinde, dann sperre ich ihn ein. Das bewährte “ Prison“ System hat nichts mit Willkür zu tun, sondern mit Wissenschaft. Grossunternehmen weltweit nutzen die Möglichkeiten des Arrests gezielt zur Förderung der Produktivität verschiedener Arbeiter.

So ist es zum Beispiel ein offenes Geheimnis, dass Steve Jobs bei Apple erst Erfolg hatte, als er Arrestzellen einrichten liess und Leute, die gefühlsmässig nich diszipliniert waren einsperren liess.

Ich bin nicht eingebuchtet und werde es auch nicht.

Gute disziplinierte Nacht

UOS 24

Posted in Uncategorized on September 7, 2012 by lukibern

Heute verbrachte ich den Morgen in militärfeindlichem Territorium- der Universität. Was lustig klingt ist es nicht nur. Schön, die Kollegen zu sehen und die Vorfreude auf das Studium steigen zu lassen, weniger schön wieder in die Kaserne zu müssen. Die morgendliche Veranstaltung war einigermassen von Irrelevanz geprägt.

Nichtsdestotrotz genoss ich schläfrige Zugfahrten und das Mittagsschläfchen nach der Rückkehr beim Warten auf die Kameraden.

Am Nachmittag bereiteten wir den Wochenrückblick vor und hielten noch einen interessanten Schwatz mit unserem (mittlerweile allseits beliebtem) Klassenlehrer.
Es war spannend, mit ihm über Dinge die nicht funktionieren im Militär (Kommunikation und PR) zu diskutieren. Bereichernd, mit einsichtigem Berufsmilitär differenziert auszutauschen.

Es gab ausserdem noch einen Wochenrückblick beim Oberstleutnant, bei dem ich die Koordination zwischen Militär und Uni mit ihm besprochen habe und war froh in ihm einen interessierten Gesprächspartner im Generalstab zu haben.

Der Grund, dass wir bis morgen hier sind war dann eine 5-minütige Befehlsausgabe ohne Möglichkeit, Fragen stellen zu können. Es blieben noch jeweils Vertreter der Gruppen, um an weitere Infos zu gelangen. Solche Veranstaltungen dienen den Vorgesetzten als Argument, dass sie uns unmöglich am Freitag schon nach Hause schicken können.

Im Anschluss an die informationslose Infoveranstaltung gingen wir noch in den Pingpongraum Pingpong spielen. Einen wahren Luxus, der uns allerseits Spass machte.

Morgen gehts zurück in die normale Welt.

UOS 23

Posted in Uncategorized on September 6, 2012 by lukibern

Müde, deshalb kurz.
Notfallkurs gehabt. Sehrsehr viel von enorm kompetenten Rettungsdienstlern gelernt. Viele Tipps aus erster Hand sehr klar rübergebracht und beigebracht bekommen.
Hatte den Oberstleutnant in meiner Gruppe und es machte Spass ihn für zwei Tage als gleichgestellt zu haben.

Nach einem intensiven Morgen mit vielen Szenarien wurden wir am Nachmittag erfolgreich geprüft.
High five darauf mit dem Oberstleutnant.

Am Abend Ausgang mit der ganzen Klasse. Pizza gegessen, Bier getrunken. Wie es eben sein muss. Danach in eine Bar. Die Instruktoren kamen danach mit uns auf den Bus und die Gespräche mit ihnen wurden nur von Halbstarken unebekannten Ranges unterbrochen, die sich an zivilen Leuten störten. Unnötig weiter darauf einzugehen.

Danach offenbarte sich ein weiterer Vorteil, Sanitäter zu sein. Nach dem Ausgang wurden verschiedenen Kameraden als Katerprophylaxe noch Infusionen gelegt. Praktisch, das zu beherrschen.

Gute Nacht

UOS 22

Posted in Uncategorized on September 5, 2012 by lukibern

Heute war das Thema Notfallausbildung.

Den ganzen Tag lang übten wir uns in Versorgung von Traumapatienten.
So unterhaltsam war das zwar nicht, dafür umso sinnvoller und lehrreicher. Die Organisation war ziviler Natur und daher war der Tag ungeeignet, um das Militär zu parodieren.

Ich hatte die Ehre, mit unserem Lehrgangsleiter (zwei dicke Balken) in einer Gruppe zu sein. Das bedeutet während den zwei Kurstagen absolute Gleichstellung. Wir durften ihn wie ein gleichwertiger Kameraden rumschicken, kritisieren und auch dutzen. Freude herrschte überall ob dem Kontakt zu unserem Generalstäbler.

Der Tag fiel zur völligen Befriedigung aller aus. Alle waren einen Tag lang intellektuell in einem äusserst sinnvollen Rahmen doch recht herausgefordert.

Freude herrscht, der Generalstab wird gedutzt und in der nächsten Phase wird geschlafen.

UOS 21

Posted in Uncategorized on September 4, 2012 by lukibern

Tag nach gestern. So langsam und träge wie wir heute stehen in der Regel nicht einmal 170-jährige Arthrosepatienten auf. Jede Bewegung war mühsam, steif und auf verschiedenste interessante Weise irgendwo schmerzhaft.

Nach dem Frühstück (bei dem Brotmangel herrschte) durften wir im Lastwagen zum Schiessplatz verschieben. Es wurde ein Test geschossen, den es zu bestehen galt um die Waffe behalten zu dürfen. Auch hier galt es, den Test zu wiederholen bis bestanden. Hier könnte auch ein Kommentar stehen. Tut er aber nicht.

Es kam der Mittag und der war lang. Es wurde geschlafen.

Nach dem Mittag kam (wie immer nach Übungen) noch Sport dazu, bei dem es galt, eine Hindernisbahn mit katrigen Muskeln hinter sich zu bringen.

Nach dem Sport folgte erneut eine Pause, die uns alles abverlangte.

Ausgeruht machten wir uns an den nächsten Auftrag, einen Vortrag über die Geschichte Moudons zu halten.

Nachdem ein Kamerad ein freundliches Feedback zum Vortrag einer Gruppe gegeben hatte, meinte unser Klassenlehrer (und für solche Missverständnisse liebe ich Romands) „Wenn Sie freundlich lachen, das ist nur damit die Pilz es geht einfacher.“ Es war sein Versuch, Mary Poppins zu zitieren (Just a spoon full of medecine makes the medecine go down). Anstatt Pille kam halt Pilz heraus.

Der Abend war von dicken Balken geprägt, die uns ihre Freude am Militär zu vermitteln versuchten. Nicht ohne gute Argumente aber von gewissen kritischen Geistern ein wenig überfordert, schlugen sich unsere Offiziere (zum Teil im Generalstab) doch tapfer.
Unser Oberstleutnant erklärte uns, dass wir im Kaderkurs viel Velofahren würden. Auf die Frage, ob es die neuen Velos sein würden, lächelte er verschmitzt. Wir haben neue Velos, brauchen sie aber nicht.
Ebenso wurde uns erklärt, dass die Sanitätsambulanzen zwar da seien, aber noch zwei Jahre nicht einsatzfähig sein werden, da etwas mit der Tragbahre nicht stimmt.
Praktisch.

Ansonsten gibt es nicht viel neues unter der Sonne, ausser dass sie untergegangen ist und schlafen angesagt ist.

UOS 20

Posted in Uncategorized on September 3, 2012 by lukibern

Offenbar hat das Nichterscheinen des Freitagberichts über die Landesgrenzen für Unbehagen gesorgt.
Ich bin also noch da. Aufgrund der freitäglichen Entlassung ins Wochenende genossen aber andere Tätigkeiten (schlafen) Priorität.

Am Freitag erzählte uns unser Klassenlehrer, wie er Soldaten im Ausgang im Tenue „Scheisse“ gesehen habe. Von uns war keiner darunter.
Anhand des anstehenden Themenblockes Kommunikation verdeutlichte er uns die versteckte Botschaft dahinter „Wenn ich Sie so sehe, sie sind kaputt.“

Zum Freitag ist weiter nichts zu vermerken, da die für einige Stunden erlangte Freiheit als Licht am Ende des Tunnels alles andere ausblendete.

Heute war Montag.
Am Morgen hatten wir den Auftrag, über die Geschichte von Moudon einen Vortrag vorzubereiten. Das machte verhältnismässig Spass.

Der Morgen verging und es kam der Nachmittag.
Auf dem Programm: Übung Punkto. Eine Übung, bei dem ABC-Ausbildung ein fester Bestandteil bildete. ABC bedeutet übersetzt Hass. Niemand mag es, einen Schutzanzug gefüllt mit Aktiv- bzw. (Aufgrund des Alters der Anzüge wohl eher) Passivkohle und Schutzmaske unterwegs zu sein.

Das Pièce de Résistance war dann aber nicht die ABC-Ausrüstung, sondern ein Wassersack mit 20 Litern, den es hinauf (und ich spreche hier von einer Steigung, die nie aufzuhören schien) zu tragen galt, bis zur militärischen Grillstelle, wo sich herausstellte, dass der Wassersack überflüssig war, da wir einen anderen vor Ort fassten.
Wir grillierten Würste, bereiteten Speck und Kartoffeln zu und assen so Freestyle.

Jetzt sind wir (ja traurigerweise sehnt man sich danach und es fühlt sich so an) zuhause.

Freude, Müdigkeit und gewisse Schmerzen herrschen.

Bona Notte Liselotte

UOS 19

Posted in Uncategorized on August 30, 2012 by lukibern

Donnerstag bedeutet-wenn alles gut geht- Ausgang. Konsequenterweise bestimmt die Vorfreude auf den Ausgang den ganzen Tag.

Der heutige Tag begann mit dem Programmpunkt Szenarien. Das bedeutete das Bergen, Versorgen und Abtransportieren eines Patienten. Freude herrschte und die Herausforderung machte sämtlichen Beteiligten meines Wissens Spass.
Mein Lieblingsadjutant und ich genossen es stillschweigend die Zeit zusammen. Zwischen uns braucht es nicht viel Worte.

Nachdem die Szenarien abgehandelt und die Patienten retabliert (militärisches Synonym für alle Tätigkeiten, die etwas wiederherstellen) waren, durften wir die Waffe fassen und in Vollpackung unter ein Dach verschieben um so einen Theorieblock zu bestreiten. Wir hatten verschiedenste Szenarien, für die wir Entschlussfassungen ausarbeiten mussten. Ich weiss bis jetzt immer noch nicht, was eine Entschlussfassung beinhaltet, denn entweder michte unser Klassenlehrer keine Zeitangaben oder genau diese fehlten ihm in der Entschlussfassung. Die Verwirrung kippte bald in Gleichgültigkeit.

Mitten in einem Auftrag fiel mir auf, dass noch nicht Mittag war. In dem Moment hätte ich schwören können, es sei Abend (es war bewölkt und daher ein wenig dunkler, die Meteored.). Die Erkenntnis, dass noch der ganze Nachmittag vor und stand, liess mich kurz innerlich kollabieren.

Mittagessen wurde gegessen.

Der Nachmittag verlief ähnlich ereignisreich wie der Winterschlaf eines Murmeltiers, das gerade gestorben ist.
Während solchen Nachmittagen ist man um Laptops mit funktionierender Internetverbindung (Stichwort Youtube) dankbar, denn so war es uns möglich sinnvollen Beschäftigungen nachzugehen.

Am Abend war dann der grosse Auftritt von unserem Feldweibel. Nebst der Arbeit, die er nicht erledigt, staucht er uns auch auf persönlicher Ebene zusammen.
Heute regte er sich beispielsweise darüber auf, das Fresspäckli unter den Betten gelagert wurden. Dies war zwar während vier Wochen kein Problem, aber während jenen vier Wochen war unser lieber Freund und Helfer auch nur eine handvoll Halbtage anwesend.

Eine unerklärliche Phobie vor Überstunden führt offenbar dazu, dass die meisten unserer Zeitmilitärs prophylaktisch zu wenig arbeiten. Also gearbeitet wird zwar seitens Feldweibel sowieso nicht, aber zwischendurch ist er physisch präsent.
Wichtig ist, dass Leute im Ernstfall ihre Stunden aufschreiben und zwei Tage vorbeischauen. Das hilft allen.

Nebst dem, dass er sich und damit uns aufgeregt hatte mit Beleidigungen aller Art, gab er bei rund 20 Grad (eher mehr) den Befehl gab, die Kälteschutzjacke in den Ausgang auszuziehen. Die schützt vor Kälte. Nicht vor 20 Grad. Und auch nicht vor erhöhtem Blutdruck beim empfangen solcher Befehle.

Mit der Wut über unseren überbezahlten, unterpräsenten und -qualifizierten Feldweibel machten wir uns auf in den Ausgang. Übrigens machte unser Freund auch gerade Feierabend. Heute war schon sein zweiter Arbeitstag diese Woche. Der erste war Montag. Ich finde Erholung wichtig und hoffe er findet sie bis nächsten Montag, wenn er wieder nichts machen muss.

Ich habe fertig

UOS 18

Posted in Uncategorized on August 29, 2012 by lukibern

Der 29.8.2012 wird in die Geschichte eingehen weil dieser Tag stattgefunden hat.

Am Morgen sattelten wir die berühmten Militärvelos und traten in die schweren Pedale um mit unseren paar wenigen Gängen zu kämpfen. Hauptsache, der Kampfrucksack war vorne auf dem Träger montiert. Vorteile: Gewicht vorne beeinflusst Lenkbewegungen ins Unkontrollierbare, Bändel gelangen in vordere Speiche, Bergauffahren wird zur Qual.
Nachteile: siehe Vorteile.
Sie sehen, dass es durchaus Sinn macht, den Rucksack (der heuer wohl sein 70igstes Dienstjahr feier (wir feiern dies nicht, die Red.)) zum Schiessen mitzunehmen, denn beim Schiessplatz können wir die Rucksäcke hinlegen. Ausserdem können wir sie zur Abfahrt wieder aufheben. Zwei Dinge, die ich nicht missen möchte.

Die Schiessausbildung gestaltete sich mit einem Gymnasiallehrer (Oberleutnant) locker und gut. Bei mir ausserdem erfolglos. Ich traf nichts.
Beim freien Ausschiessen wurden dann hemmungslos Schüsse in den Zielhang gejagt. Dabei probierte ich auch die Schiessstellung Hollywood aus. Einhändig mit abgedrehter Hand. Schauspieler schiessen Weltklasse. Ich glaube nie wieder einem Film, in dem ein muskelbepackter Schönling in einem Arm eine wunderschöne, schockierte Blondine hält und einhändig auf 100 Meter Distanz das Ventil vom Reifen eines fahrenden Motorrads schiesst. Einhändig traf ich nichts. Rein gar nichts.

Item.

Am Nachmittag genossen wir eine Ausbildung im Lenken militärischer Fahrzeuge. Gesichter schliefen reihenweise ein und Pulse kullerten in Bereiche runter, die mit dem Leben kaum vereinbar sind. Langeweile war das Stichwort der ersten Hälfte. Der Automechanikeradjutant im einteiligen Tarnanzug erwähnte ausserdem den Vorteil militärischer Fahrsusbildungen „Geld und Zeit spielen hier keine Rolle. Wenn Sie mehr Ausbildung brauchen, gehen Sie einfach noch einmal vier Stunden mit dem Fahrlehrer fahren“

Nach dem Bestehen des Tests wurden wir in Überbrücken, Schneekettenmontieren und Parkdienst (ALLES, was nicht atmet wird im Militär gemäss Reglement gewartet und gereinigt-man nennt es Parkdienst, kurz PD, die Red.) (P.S. offenbar lernt man im Küchencheflehrgang den Besteck-PD, die Red.)

Am Abend stand erneut ein Tutorium auf dem Programm, was auch stattfand.

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.

Hier wird das Militär parodiert, was nicht unbedingt nötig wäre, denn das macht Ueli’s Verein permanent selbst. Recht gut sogar.

Es grüsst der Stramme Wehrmann