UOS 17

Posted in Uncategorized on August 28, 2012 by lukibern

Tag 17. Ein spezieller Tag in keiner Hinsicht.

Der Tag begann mit der Pflicht, die Küche zu putzen. Wunderbar.

Nach Selbststudium und Vortest machten wir uns daran, uns mittels Infusion gegenseitig Salzwasser in die Venen zu spritzen.

Erinnern Sie sich an den Adjutanten? Es war Liebe auf den ersten Blick. Heute meinte der Berufsunteroffizier mit handbreiten Koteletten und breitem Berndeutsch beispielsweise „Meier (Name geändert, die Red.) ist sowieso eine Klasse für sich“.
Später folgte auch mehrmals das Kompliment, Meier (Name immer noch geändert, die Red.) sei sowieso ein Profi und schaffe das mit links. Es tut gut, Militär von Vorgesetzten geliebt zu werden.
Um so mehr, als ich überhaupt nicht weiss, womit ich es in sein Herz geschafft habe.

Nach dem Mittagessen hatten wir Sport. Stellen Sie sich Militärsport vor. Wir machten ganz etwas anderes. Wir verschoben zu Fuss in das lokale Freibad und hatten eine Stunde zur freien Verfügung.
Wir spielten Beachvolleyball und blödelten auf der Rutschbahn rum.

Manch‘ einer (gut, so mancher war gar nicht zugegen) mag ehrlicherweise gezweifelt haben, ob es Sinn macht, solche Männer mit der Landesverteidigung zu betrauen.
Daran zweifeln wir auch manchmal.
Eine Frau älterer Generation gab uns den wertvollen Tipp mit auf den Weg, auf der Rutschbahn sei man viel schneller wenn man die Hose runterziehe. Eine Heldin.

Nachdem wir uns entsprechend unserem inneren Alter ausgetobt hatten und merkten, dass nicht alles im Leben ernst und olivgrün ist, machten wir uns an Zugschule.
Während einer Stunde verhielten wir uns mehr oder weniger militärisch. Das war es aber für den heutigen Tag. Es genügte uns auch. Man ist hier mit wenig zufrieden.

Nach Formationen und Sammlungen mit Helm hatten wir noch ein wenig Führungsausbildung, die von eher gemütlicher Natur war.
Auf einen Vorschlag eines Kameraden bezüglich eines Vortrages meinte im Durcheinander der Meinungen ein anderer Kamerade laut und entschlossen „Die Idee ist gut, ich bin dagegen.“. Eine schöne Aussage, die so im Raum stehen gelassen wurde.

Nach dem Abendessen hatten wir erneut eine Vorlesung in der Betreuung von Notfallpatienten.

Jetzt sitzen wir um einen Laptop herum und schauen HD Soldat Läppli. Weiterbildung für zukünftige Kader der besten Armee der Welt.

Derweil kauft unser Chef viel zu schlechte Flugzeuge für zuviel Geld.

HD Soldat Läppli 1 : Saab Gripen 0

Schon nur das Preis-/Leistungsverhältnis ist kaum zu übertreffen.

Im Sinne des Generalstabes ist ABV und LiLö.

Sie können ohne Abmelden verfügen.

UOS 16

Posted in Uncategorized on August 27, 2012 by lukibern

Der heutige Tag stand im Zeichen von gar nichts.

Was nichts Schlechtes heisst. Am Morgen sassen hinter den Lehrbüchern und studierten Behandlung von Notfallpatienten. Danach erlitten einige von uns einen Schock erster Klasse (Blutverlust von unter 750ml) denn beim Blutspenden traten wir einen halben Liter Lebenssaft an die Bedürftigeren ab.

Beim Mittagessen konnten wir uns vom Blutverlust erholen und Energie tanken.

Nach der mittäglichen Nahrungszufuhr machten wir uns an eine Führungsprüfung. Weiter gehe ich nicht darauf ein, denn Prüfungen am Komputer im Militär sind einfach zu bestehen oder der Komputer stürzt einfach ab.

Ausserdem hatten wir einige Halswirbelsäurepatienten zu bergen. Mein Lieblingsadjutant hatte Freude, dass ich mich freiwillig als Patient gemeldet habe „Ja, Meier (Name geändert, die Red.). Das ist eine gute Sache“. Er freute sich, mich einsetzen zu können.

Am Abend hatten wir noch eine Vorlesung zum Thema unseres Lehrbuchs, was doch Sinn machte, denn es gab einen praktischen Überblick über das Thema.

Nach den 2 kopflastigen Stunden schauten wir im Zimmer noch ein wenig HD Soldat Lâppli.

Ausserdem wurden wir vom Feldi mit 3.-Klässlern verglichen, was angesichts seinem grossen Einsatz und seiner grossen Kompetenz und Zuverlässigkeit (Ironiealarm) doch angebracht und auch sehr lustig war. Freude herrscht.

Gute Nacht alle zusammen

UOS 15

Posted in Uncategorized on August 24, 2012 by lukibern

Heute begann um 0030. Wir hatten Ausgang bis Mitternacht, gingen aber aufgrund der quasi inexistenten Vornacht bereits viel früher schlafen.
Um 0030 dann ein riesiger Radau und rumrennende Soldaten in den Gängen und überall.

Da ich geweckt wurde, ging ich einfach davon aus, es sei Tagwache und wir müssten aufstehen. Einige dachten, es sei was Ernstes. Nach dem Blick auf die Uhr befürchtete ich eine Nachtübung. Ein Kamerade erklärte mir aber, der Feldweibel habe beim Abendverlesen nur wenige Minuten zuvor den Befehl gegeben, sämtliches Material aus dem Gang ins Zimmer zu verschieben.

Wörter können kaum beschreiben, wie fest ich mich aufgeregt habe. Vor mich hin fluchend, folgte ich widerwillig dem Befehl.
Einige Kameraden mussten noch geweckt werden. Mein Nachbar liess sich nur dadurch aus seiner Traumwelt reissen, indem ich sein Bett ein wenig anhob und zu Boden fallen liess.
Ein Anderer reagierte vorbildlich. Als ich an sein Bett trat, lag er ausgebreitet auf dem Bauch und schien unweckbar. Kaum hatte ich seinen Namen geschriien, stand er augenblicklich stramm und grüsste militärisch. Mir war nicht bewusst, dass Menschen so schnell reagieren können.

Richtig aufgewacht sind wir dann heute Morgen immer noch mit der halben Wut im Bauch, mitten in der Nacht geweckt worden zu sein.

Am Morgen betätigten wir uns im Selbststudium. Was gut klingt, besteht im Zustand, in dem wir uns befanden aus Youtubeclips und Schlafsequenzen.
Anschliessend erledigten wir Aufträge des Oberst. Offenbar hört er uns gerne sprechen, denn wir werden laufend beauftragt, irgendwelche Vorträge über militärische Themen zu halten.
Bemerkenswert die Tatsache, dass ubser Klassenlehrer uns seine Lektionen für die Erledigung der lästigen Pflichten zur Verfügung stellt. Eine solche sinnvolle Flexibilität ist im Militär selten gesehen, besonders seitens Berufsmilitär.

Am Mittagsrapport wurde vom selben Feldweibel, der Gegenstände herumschiesst, wenn er unzufrieden ist und 3/5 Tagen maximal auf Platz ist, unsere Disziplin kritisiert. Ich hoffe, Sie verstehen die Ironie.

Desweiteren wurde ich am Abend aufgrund einiger Systemunklarheiten zusammen mit 75 Kameraden zum Obergefreiten befördert. Nach einer Woche Soldat. Wohl eine der kürzesten Soldatenkarrieren.
Dieser Grad bringt ein wenig mehr Geld aber vor allem werden wir nicht mehr von andern Obergefreiten rumkommamdiert beziehungsweise korrigiert. So halten es offenbar einige Obergefreiten der Nachbarskompanie es für nötig, unsere Handlungen in Pausen und anderen wichtigen Situationen zu korrigieren. Möge es nun ein Ende haben.

Da wir unsere Gewehre abgegeben haben, besteht Unklarheit bezüglich des obligatorischen Schiessens. Schiessen oder nicht schiessen, das ist hier die Frage.
Diese Frage beschäftigt nun den Rechtsdienst des VBS. Das ist die Wahrheit. Es scheint für gewisse Vollzeitangestellte keine bewegendere Frage zu geben, als die ob 120 AdA’s schiessen müssen. Steuergelder wurden nich nie sinnvoller eingesetzt.
Die endgültige Entscheidung wird uns im Verlaufe des Septembers mitgeteilt.

Ich geniesse nun zwei Nächte zuhause. Lange oder zumindest ununterbrochen schlafen. Ich freue mich.

UOS 14

Posted in Uncategorized on August 23, 2012 by lukibern

Wenn das Ziel eines Auftrags im Vordergrund steht, sind die Mittel zum erreichen des Ziels sekundär, solange das Ziel erreicht wird.

Umgekehrt wird ein Auftrag auch ohne Erreichen des Ziels stur ausgeführt, wenn eben der Auftrag im Zentrum steht.

Das Schweizer Militär ist darauf spezialisiert, den Auftrag zu heiligen, ohne jegliche Ziele zu erreichen.

Beispiel: Heute Morgen war um 0145 Tagwache. Das Militär ist verpflichtet alle Soldaten zu verpflegen (Auftrag), damit alle satt sind bzw ihren Kalorienbedarf gedeckt haben (Ziel). Dieser Auftrag wurde erfüllt, indem jeder ein Stück weisses Brot kriegte (Auftrag erfüllt). Das Ziel, unseren Kalorienbedarf nach einer Marschsequenz und vor der nächsten damit zu stillen wurde selbstredend nicht erreicht.
Das Frühstück hatte folgende versteckte Botschaft: Wir möchten euch am liebsten nichts geben, aber wir müssen euch verpflegen und hiermit haben wir unsere Pflicht getan.

Das zu dem.

Mit alibigefülltem Magen durfte während einer halben Stunde jede Patrouille dem
Oberstleutnant die Bereitschaft zum loslaufen melden und sich danach auf den Weg machen.

Der Marsch in 2G-Manier war geprägt von der absurden Sehnsucht, endlich in der Kaserne einzutreffen.

Nach dem Eintreffen wurde das Material und in einem späteren Schritt auch die Menschen der Kompanie geputzt. Wir durften duschen und uns auf das Schiessen vorbereiten.
Das Schiessen verlief zu meiner Überraschung gut und machte sogar noch Spass.
Unser Klassenlehrer liess den Infanterist in sich raus und erklärte uns den Sinn von Doublettenschiessen: Man beschädigt mehrere Organe und nicht nur eins. „Das macht dann wirklich Schnerzen“. Ich denke sämtliche Treffer machen Schmerzen.

Wir genossen zwei Stunden Mittag. Das lasse ich so im Raum stehen.

Nach dem Mittag folgte die nächste Alibiübung: Führungsausbildung. Näher möchte ich darauf nicht eingehen.

Nach schläfrigen (und für einige Soldaten schlafreiche) Führungsstunden, stand ein Kondition und Koordinationtest auf dem Tagesbefehl. Trotz befürchteter Unfähigkeit, diesen lebend zu überstehen, bestanden alle den Test. Es war eine Kopfsache.

Vor dem Ausgang wollte ich das Tshirt, das ich gemäss Befehl bestellt habe abholen. Der Feldweibel war am durchdrehen. Er wanderte in der Weltgeschichte (beziehungsweise Kasernengeschichte) rum und fluchte vor sich hin. Die reperaturbedürftigen Gegenstände warf er im Büro rum.

Dank geschickter Intervention vom Liebling aller- einem WK-Oberleutnant musste ich nicht mit diesem Ausbruch von Zeitmilitärwahnsinn (Achtung möglicher Pleonasmus!) konferieren sondern er spielte seine gradmässige Überlegenheit aus, um die Situation zu beruhigen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an erwähnten Oberleutnant-Sie haben uns den Alltag wahrhaft vereinfacht.

Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, das unser ausgebildeter Zeitmilitärfeldi es nicht schaffte, mit einer Liste aller benötigten Gegenstände diese einkaufen zu gehen. Ich nehme an, er ging einkaufen. Nur kaufte er nicht alles ein.
Es scheint schwierig. Vielleicht sollte man Zeitmilitärs mit solchen Aufzrägen nicht derart überfordern.

Der Feldi hat jetzt jedenfalls eine neue Liste von Dingen, die er wieder vergessen kann. So geht das in der besten Armee der Welt.

In solchen Situationen hallen die Worte des Oberst der „exzellenten Logistik der Armee“ in meinen Ohren und auch, dass keine andere Institution über eine solche Logistik verfüge.
Ich kann Tshirts einkaufen. Oder auch nach Einkaufsplan für die ganze Familie einkaufen.

Logistik Militär 0: Privatlogistik 1

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht

UOS 13

Posted in Uncategorized on August 23, 2012 by lukibern

Heute begann Übung Duro.

Nach einem relativ witzlosen Morgen ohne grôssere Zwischen- und Vorfälle und Ausbildung in Fraktirversorgunf. bereiteten wir unsere Führungsübung vor. Wir erstellten unsere Packung, bunkerten Farmer und Ähnliches für den Marsch.

Nach dem Mittag meldeten wir uns bereit zur Übung und starteten das Ganze.

Märsche mit Kampfkomplett in der schweizer Armee nennt man auch 2G Märsche, weil man mit gefühlt doppeltem Körpergewicht unterwegs. Die Pflicht, das eigene Material zu schleppen gleicht in dem Sinn einer Jetpilotenausbildung. Ausser das es nicht Spass macht. Item.

Angekommen, richteten wir uns in einem idyllischen Wald mit unseren Biwaks ein und grillierten.
Erinnerungen an meine Pfadfinderzeit kamen hoch, die zwar nie wirklich existierte aber vielleicht gerade wegen ihrer Inexistenz so viel Spass machte.

Mittlerweile wurden wir geschult, wie wir uns im Notfalle zu verhalten haben und sind nun vorbereitet, eine sichere Nacht vorzubereiten.

Offenbar greifen die Russen mit ihrem Panzerbataillon erst morgen früh.

Tagwache ist 0145 und wir werden mit den Pistolen den Panzern entgegentreten und sie mit ungeladenen 9mm Waffen unschädlich machen.

Gute Nacht meine Herren. LiLö nature war bereits vor einer Stunde.

Nastrowje

Dieser Bericht ist aufgrund mangelden Mobilfunkmöglichkeiten im Waadtland mit einem Tag Verspätung erschienen.

UOS 12

Posted in Uncategorized on August 21, 2012 by lukibern

Heute. Dienstag. Führungsausbildung. Aus bisher unerklärlichen Gründen hält es unser Klassenlehrer-als Einziger- für notwendig, die Ausbildung in Kampfkomplett zu machen.

Konsequenz: Am Morgen früh die Waffe fassen und kaum angekommen den Kampfrucksack deponieren. Sonst geschieht mit dem Rucksack nichts. Er beherbergt nichts von Nutzen. Ganz im Gegenteil.

Wor fragten uns, ob die Pistole wirklich nötig sei. Selbstverständlich. Denn in den Augen unseres Klassenlehrers ist ein GTE (Grundtrageeinheit, Anm. d. Red.) ohne Waffe kein GTE.
„Ohne Waffe, das ist nichts. Das ist gegen meine Prinzip. Und mein Prinzip ist ihr Prinzip.“

Verstanden, sinnlos.

Item. Es folgte Ausbildung in unserem an Repition kaum zu überbietenden Lehrbuch über Versorgung von Traumapatienten.
Das kann man so im Raum stehen lassen.

Am Nachmittag hatten wir die freudige Pflicht, unsere Karten zu plastifizieren. Es gäbe dafür Kartenmappen. Die haben wir auch gefasst.
Es scheint aber unserer militärischen Führung als taktisch geschickter ubd sinnvoller, die Karte mit Plastikfolie und Haushaltsklebeband zu einem undichten, noch weniger handlichen Folienverbund zu vereinigen.

Verstanden.

Kaum waren unsere Elitekarten bereit, planten wir die morgige Übung „Duro“. Wir werden marschieren, Biwakieren, Schlafen und um 00:45 wieder aufstehen um pünktlich zurück in der Kaserne zu sein.

Nach den Vorbereitungen auf Morgen wurden wir in Glasgow Coma Scale geschult. Ein System, das die Beurteilung des Bewusstseinzustandes erlaubt.

Heute war ausserdem KA-Visite. Erinnern Sie sich an Übung Duro? Richtig-da regnet es richtig Dispensen. Es wurde von 20 KA Besuchern berichtet. Richtig, 10 davon waren Romands.
Ausserdem teilte offenbar ein Kamerad ungefragt meinen Klassenkameraden mit, wieviel besser sie seien und, dass sie alles besser machten.

Ich bin stolz auf ihn und seine Klasse. Ich bin stolz, mit ihm Dienst zu leisten.

Heute Abend nach dem Ausgang war wieder der Ernst des Einsatzes zu spüren. Wir erstellten unsere Packungen für morgen.

Wieder einmal durften wir die Vorzüge von 100-jährigem Material erleben. Die Schlafsäcke, die wir packten waren wohl schon zu meines Vaters Zeiten alt.
Unsere Packungen fühlen sich wie doppeltes Körpergewicht an. Praktisch.

Wenn man den Rucksack aufhebt, meint man damit mindestens zwei Wochen überleben zu können. Leider nein. Die beste Armee der Welt schafft es, das Material so zu beschaffen (oder eben seit 100 Jahren nicht), dass nur Regenschutz, Zelteinheit und eben der sagenumwobene Schlafsack (in dem offenbar auch Wilhelm Tell schlief, wenn er zelten ging) so viel wiegen, wie ein Mann.

Sei es, wie es wolle, Kampfflugzeuge sind jetzt wichtiger, weil sie mehr kosten.

Verstanden.

LiLö

UOS 11

Posted in Uncategorized on August 20, 2012 by lukibern

Woche drei beginnt. Zuerst aber möchte ich die Ereignisse vom Freitag doch noch erwähnen.

Am Morgen wurden diejenigen von uns, die noch offiziell Rekruten waren, befördert. Ein grosser Moment.
Der Oberstleutnant beorderte uns nach vorne und beförderte uns. „Seien Sie stolz, tragen Sie diesen Rang mit Stolz. Es ist eine Ehre, befördert zu werden. Es ist auch für mich eine Ehre, Sie zu befördern.“

Blabliblabla. Soldat ist jeder oder war Mal jeder, der das grüne Pyjama gefasst hat.

Trotzdem bin ich des Stolzes voll und werde mich entsprechend benehmen.

Von Freitag auf Samstag hatte ich die ehrenvolle Pflicht, Wache zu schieben. Wir bewachten von 0100 bis 0500 am Morgen ein abgeschlossenes Tor. Richtig. Abgeschlossen. Zum Glück waren drei Soldaten da, um das Tor zu sichern. Kaum auszumalen, was ohne uns passiert wäre.

Am Samstag wurden wir eine Stunde früher als geplant entlassen, indem wir dem lieben Wachtmeister klarmachten, dass wir nach Hause wollten. Er fügte sich korrekterweise. Wenn es nach ihm gegangen wäre, wären wir zu sechst dort Wache gestanden während er mit seinen Rekruten gewartet hätte. Eine Stunde lang. Gottseidank fügte er sich unserer intellektueller Autorität.

Heute Montag geschah nicht viel Erfreuliches. Der Oberst hielt eine Theorie über die Armee und erklärte, aus welchen Gründen sie unverzichtbar sei.
Seine Beispiele waren so an den Haaren herbeigezogen wie aussagelos.
Um zu illustrieren, dass es Bedrihungen gibt, gegen die uns die Armee schützt, erklärte er von einem Vorfall. Ein Oberwachtmeister hatte zwei leichte Maschinengewehre nicht abgeschlossen, sondern in einen Wagen gelegt. Diese wurden gestohlen.

Quintessenz Normalsterblich: Nachlässigkeiten kommen im Militär vor und sind gefährlich.

Quintessenz, wenn man mindestens zwei fette Balken auf der Uniform hat: Es gibt Terroristen, vor denen uns die Armee schützen muss.

Ausserdem erklärte er uns, dass Frankreich gemeinsam einen Flugzeugträger besitzen und China bis in zehn Jahren sechs haben wird. Zusammenhang: unbekannt. Versuchte Aussage: Es braucht das Militär.
Ich war versucht zu fragen, ob die Schweiz einen Flugzeugtrâger brauche.

Blabliblabla.

Bis Morgen, ich befasse mich noch mit den Vorteilen eines Kriegsuboots im Thunersee. Es werden viele sein.

Im Sinne des Generalstabs

Mäudmiab

UOS 10

Posted in Uncategorized on August 17, 2012 by lukibern

Wache. Elektronische Geräte verboten.

Melde mich morgen evtl.

ZUKO Kdo Spit S 41

(Zutrittskontrolle Kommando Spitalschulen 41)

UOS 9

Posted in Uncategorized on August 16, 2012 by lukibern

Heute Morgen gingen wir das erste Mal schiessen. Mit der Nachmûdigkeot gestrigen Tag immer noch in Beinen und im Kopf, begann der Tag mit dem Fassen von Velos und Pistolen.

Danach machten wir uns mit dem Fahrrad auf den Weg in Richtung Schiessstand. Eine knapoe halbe Stunde den Hügel rauf wurde mit dem Fahrrad (Jahrgang 93, Gewicht auch) gekämpft und sich über alles erdenkliche aufgeregt.

Angekommen, richteten wir Material und Munition ein und begannen zu schiessen. Die Pistole ist nicht mein bester Freund. Klein und handlich gepaart mit gefährlich und unpräzis. Ich kriegte es nicht wirklich hin, freundete mich aber doch noch ein klein wenig mit der Waffe an. Ein Name wird wohl folgen. Mal sehen.

Nach der Heimkehr wurde die Waffe geputzt, die Fahrräder versorgt und gegessen.

Am Nachmittag hatten wir Sanitätsdienst. Mit einem Adjutanten, der eine wahrhaft faszinierende Persönlichkeit ist.
Adjutant zu Soldat:“Für was steht das A. auf ihrem Namenschild?“

Soldat:“Alexander.“

Adjutant:“Ich glaube Ihnen kein Wort, an die Arbeit.“

Nicht böse sondern stets mit einem Lächeln machte er sich über uns lustig beziehungsweise brachte einen träfen Spruch nach dem andern.
Irgendwie fand ich den Weg in sein Herz und war fortan mit kontrollieren beschäftigt und durfte zu einem Grossteil den Anderen zuschauen. Freude herrschte.

Es folgte ein wenig Zugschule mit dem Klassenlehrer. Zwar schlecht, aber durchaus besser als ABC oder ähnliche militärische Tätigkeiten, die sinnlos scheinen aber es tatsächlich auch sind.

Am Abend war Ausgang, der genossen wurde.

Morgen gilt wieder: Wichtig isch, das Friti isch.

UOS 8

Posted in Uncategorized on August 15, 2012 by lukibern

Heute Übung Topo
-Kartenlesen lernen und anwenden.
-Position bestimmen und mit Azimuts und ähnlich tollen Kompassfunktionen umgehen können. Nicht schlecht, da ich von Kartenlesen nicht wirklich viel verstehe.
-Einen ganzen Tag herummarschieren, ca 20 km zurücklegen, ansonsten vor allem Posten mit Übungen.
-Nach dem Mittagessen ein Knabe bei unseren Rucksâcken, der uns nur ehrführchtig anstarrt (hätte ich sein können vor einigen Jahren), fragt ob wir Raketenwerfer hâtten. Leider nein. Also zum Glück, denn das bedeutet weniger Gewicht. Ausserdem scheint es für Sanis unüblich zu sein, mit Raketen um sich zu schiessen.
-Draussen gebrätelt und so richtig pfadimässig im Wald Zeit verbracht. Das Essen war sehrsehr gut und der Spassfaktor relativ hoch (Stichwort Kind im Mann-im Wald sein und feuern scheint eine Urfreude zu sein).
Beim Bräteln dieser Vorfall, bei dem ich es für heute belassen will.

Kollege X schneidet sich in den Finger. Einzig verfûgbares Verbandsmaterial: IVP (Allheilmittel der Armee, vakuumierter Verband der als Druck- oder Deckverband von Wunden der Grôsse 30×30 cm gebraucht werden kann.
Ich nehme also sein IVP und schneide in bester Bastelmanier das Ganze zurecht. Das ganze im Wald, Stichwort Hygiene. Nun, mich hat das Resultat überzeugt.

Das Bild eines Sanis, der dem Kollegen in bester Kriegsnotfallmanier (Man beachte die neue Wortkreation) das IVP rausnimmt und einen Fingerverband bastelt war gut. Ein Pflaster hätte es wohl auch getan. Haben wir nicht. Wieso? Ist so weil ist so, bleibt so weil war so.